Claude Sautet, der Regisseur von „Ein Herz im Winter”

„Sté­pha­ne lei­det an einer patho­lo­gi­schen Beschränkt­heit, die ich, im Leben, nur dank des Kinos über­wun­den habe. Ich habe in vie­len Män­nern die Exis­tenz einer sol­chen Schat­ten­zo­ne bemerkt, das Bedürf­nis, sich vor der weib­li­chen Impul­si­vi­tät zu schützen.

Ich ver­su­che nur zu erzäh­len, wie schwer es ist, ein Mann zu wer­den. Ich selbst wäre lie­ber eine Frau gewor­den. Es ist sicher nicht leicht, eine Geschich­te zu erzäh­len, die einem so nahe ist. Aber ich woll­te die­sem Wesen auf den Grund gehen, das sich voll­kom­men in sich ver­schließt, um sei­nen Frie­den zu fin­den. Selbst um den Preis einer bren­nen­den Demütigung.”

Quel­le: Movie­li­ne Filmdatenbank

Vita

Am 23.02.1924 als Sohn eines Indus­tri­el­len in Mon­trouge bei Paris gebo­ren; Stu­di­um an der Pari­ser Film­hoch­schu­le; Dreh­buch­au­tor für Regis­seu­re wie Mar­cel Ophuls und Lou­is Mal­le. Am 22.07.2000 erlag Sau­tet in Paris einem Krebsleiden.

Cinema.de:

„Auf ihn hör­ten die schöns­ten Frau­en – wie Romy Schnei­der und Emma­nu­el­le Béart. Regis­seur Clau­de Sau­tet war einer der wich­tigs­ten Reprä­sen­tan­ten des fran­zö­si­schen Kinos der 70er Jahre.

Regis­seur Clau­de Sau­tet, einer der gro­ßen alten Män­ner des euro­päi­schen Kinos, ist am 22. Juli 2000 im Alter von 76 Jah­ren gestor­ben.
Gebo­ren 1924 in Paris-Mon­trouge, stu­dier­te Clau­de Sau­tet zunächst an der Eco­le Natio­na­le Supé­ri­eu­re des Arts Déco­ra­tifs. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wand­te er sich dem Film zu und absol­vier­te von 1946 bis 1948 sein Film­stu­di­um. 1951 brach­te er mit “Bon­jour Sourire” sei­nen ers­ten Spiel­film ins Kino.

Sau­tets eige­ner Stil zeig­te sich bereits 1960 mit “Der Pan­ther wird gehetzt” und “Schieß, solan­ge du nach kannst” (1965), bei­de mit Lino Ven­tu­ra. Bei der zeit­ge­nös­si­schen Kri­tik fan­den sie aber wenig Beachtung.

Erst das Meis­ter­werk “Die Din­ge des Lebens” (1970) mit Romy Schnei­der und Michel Pic­co­li ver­half Sau­tet zum gro­ßen Durch­bruch: Es wur­de als bes­ter fran­zö­si­scher Film des Jah­res mit dem Lou­is-Del­luc Preis aus­ge­zeich­net. Gleich­zei­tig begrün­de­te die­ser Film Sau­tets Ruf als offi­zi­el­ler Chro­nist des bür­ger­li­chen Lebens in Frank­reich mit einer Vor­lie­be für die Bezie­hungs­pro­ble­me der Mit­tel­schicht. Die fol­gen­den Wer­ke wie “Das Mäd­chen und der Kom­mis­sar” (1971), “César und Rosa­lie” (1972) und “Vin­cent, Fran­cois, Paul und die ande­ren” (1974) unter­mau­er­ten sei­nen Erfolg.

Clau­de Sau­tets ver­stand es meis­ter­haft, mensch­li­che Bezie­hun­gen eben­so sen­si­bel wie lei­den­schaft­lich zu ent­wi­ckeln und zu insze­nie­ren. Er konn­te sei­ne Film­fi­gu­ren ein­zig­ar­tig auf die Schau­spie­ler zuzu­schnei­den und dreh­te mit den begeh­rens­wer­tes­ten Frau­en des euro­päi­schen Kinos. Romy Schnei­der und Emma­nu­el­le Béart gehör­ten zu sei­nen Stamm-Schau­spie­le­rin­nen.
Für den bedeu­ten­den Reprä­sen­tan­ten des fran­zö­si­schen Kinos der 70er Jah­re waren dar­über hin­aus zwei­er­lei Din­ge cha­rak­te­ris­tisch: sein hoher Anspruch und sei­ne gro­ße Beliebt­heit beim Publikum.”